Neue Spitzenreiter in der jüngsten eco-auto-Bewertung
Die Vergleichs-Plattform eco-auto des VCS Verkehrs-Club der Schweiz hat die Umweltbewertung von Elektroautos umfassend aktualisiert. Das Update ist das zweite grosse des Jahres und vergibt einige neue Auszeichnungen: Unter anderem wurde ein neuer Gesamtsieger mit «best overall» ausgezeichnet. Gleichzeitig mit dem jüngsten Update wird die Bewertung von Plug-in-Hybriden eingestellt.
- Gregory Germann, Projektleiter eco-auto
- 25. Oktober 2026

Bild: Renault
Der Renault Twingo E-Tech erhält die beste Bewertung und ist somit neuer «best overall». Das seit diesem Jahr neu nur mit Elektroantrieb erhältliche Kultauto überzeugt in erster Linie mit einem sehr guten Verbrauch (12,3 kWh/100km), einer kompakten Batterie (29 kWh) und vorbildlichen Lärmemissionen (64 dB).
In verschiedenen Fahrzeugklassen wurde zudem die Auszeichnung «best in class» neu vergeben, unter anderem an den Cupra Raval (Kleinwagen), den VW ID.3 Neo (Kompaktklasse) und den Mercedes-Benz CLA (Mittelklasse). Anderswo konnten Modelle wie der Opel Astra-e Sports Tourer (Kombi) und der Toyota Urban Cruiser (SUV Medium) ihren Spitzenplatz jeweils verteidigen.
Schliesslich erhielten zahlreiche Fahrzeuge die Auszeichnung «excellence». Diese geht an Elektroautos, die zwar weder «best overall» noch «best in class» sind, aber durch eine sehr gute Gesamtbewertung trotzdem überzeugen (siehe Bewertungssystem). Zu diesen gehören unter anderen der Fiat 500, der Mini Cooper E und der Renault 5 E-Tech. Alle drei zeichnen sich durch einen sehr guten Verbrauch und eine angemessene Batteriegrösse aus, haben jedoch leicht überdurchschnittliche Lärmemissionen.
Sämtliche 302 bewerteten Modelle finden Sie hier.
Elektroautos inzwischen absolut alltagstauglich und bezahlbar
Der Blick auf den Markt zeigt zudem, dass die Preise für mehr Reichweite weiter fallen. Angetrieben wird diese Entwicklung unter anderem durch eine steigende Energieeffizienz und sinkenden Produktionskosten bei den Batterien. So sind im Vergleich zum Vorjahr aktuell rund 50 Prozent mehr Modelle für unter CHF 30'000 erhältlich, die eine Reichweite von mindestens 300 Kilometer vorweisen. Gleich stark ist das Angebot an Fahrzeugen mit einer Reichweite von mindestens 500 Kilometer für unter CHF 50'000 Franken gewachsen.
Der Umstieg vom Verbrenner aufs Elektroauto ist bereits heute nicht nur absolut alltagstauglich, sondern auch bezahlbar – vor allem wenn die tieferen Betriebskosten eines Elektroautos mitberücksichtigt werden.
Diese jüngsten Entwicklungen zeigen, dass der Umstieg vom Verbrenner aufs Elektroauto bereits heute nicht nur absolut alltagstauglich, sondern auch bezahlbar ist – vor allem wenn die tieferen Betriebskosten eines Elektroautos mitberücksichtigt werden. Diverse Ankündigungen der Autohersteller zu neuen kleinen, preisgünstigen Modellen deuten zudem darauf hin, dass der Trend weiter in diese Richtung zeigt.
Mit Blick auf die stark angestiegenen Treibstoffpreise kommt das wachsende Angebot an preiswerten Modellen äusserst gelegen: So waren im September über 35 Prozent aller in der Schweiz neu zugelassenen Fahrzeuge batterieelektrisch, was im Vorjahresvergleich einem Wachstum von 10 Prozentpunkten entspricht.

BEV (battery-electric vehicle) = Elektroauto, PHEV (plug-in-hybrid electric vehicle) = Plug-in-Hybridauto
eco-auto stellt Bewertung von Plug-in-Hybridautos ein
Zusammen mit dem Update der Elektroauto-Bewertung wird ein strategischer Schritt vollzogen: Die Bewertung von Plug-in-Hybridautos (PHEV) wird per sofort eingestellt. Der Entscheid gründet zum einen auf der schwachen Nachfrage nach PHEV-Bewertungen, zum anderen auf der kritischen Einschätzung des VCS gegenüber der Technologie. So zeigen Studien wiederholt, dass die CO2-Emissionen von Plug-in-Hybriden im realen Fahrbetrieb um ein Vielfaches höher sind als die offiziellen Angaben. Trotz Klimaversprechen schneiden sie fast so klimaschädlich ab wie Verbrenner.
Die CO2-Emissionen von Plug-in-Hyriden sind im realen Fahrbetrieb häufig ein Vielfaches höher als die offiziellen Angaben. Trotz Klimaversprechen schneiden sie fast so klimaschädlich ab wie Verbrenner.
Dies ist irreführend und mündet nicht nur in mehr CO2-Emissionen, sondern wegen des höheren Treibstoffverbrauchs auch zu Mehrkosten für Fahrer*innen. Zudem führen die überzogenen Angaben dazu, dass Autoimporteure weniger Elektroautos verkaufen müssen, um ihre gesetzlich festgelegten CO2-Zielwerte einzuhalten.
Regulatorisch wurden zwar erste Schritte unternommen, damit die CO2-Emissionen auf Papier jenen der Realität annähern. Doch weitere notwendige Verschärfungen werden aktuell vonseiten der Autoindustrie bekämpft. Mehr Informationen finden Sie in diesem Beitrag.