Wenn schon, denn schon Elektro
Die Klimaziele im Verkehr sind glasklar: Bis 2050 müssen die Emissionen vollständig reduziert werden, und bis 2040 bereits um 57 Prozent. Inzwischen ist unbestritten: Mit der Elektrifizierung können wir die Fahrzeuge auf unseren Strassen am schnellsten und mit den geringsten Folgen für Umwelt und Klima dekarbonisieren.
- Gregory Germann, Projektleiter eco-auto
- 10. August 2026

Bild: Dacia
Gewisse unbegründete Sorgen halten sich beim Thema Elektroautos hartnäckig. So die altbekannte «Reichweitenangst»: Liess die Reichweite der ersten Elektro-Modelle oft tatsächlich zu wünschen übrig, sind heute Hunderte von E-Modellen mit einer Reichweite von über 300 Kilometern auf dem Markt erhältlich. Damit lässt sich der Alltag problemlos meistern.
Auch bezüglich Preis haben E-Autos in den letzten Jahren stark aufgeholt: Während sie schon seit Jahren im Betrieb günstiger sind, können sie heute auch beim Kaufpreis zunehmend mithalten. Zudem wird dank dem neuen «Recht auf Laden» künftig Mieter*innen der Zugang zum Laden am Wohnort erleichtert. Im Mieter*innenland Schweiz macht dies den Umstieg aufs Elektroauto für viele Menschen preislich noch attraktiver.
Bei der öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur geht es ebenfalls vorwärts: Innerhalb der letzten drei Jahre hat sich die Anzahl öffentlich zugänglicher Ladepunkte in der Schweiz verdoppelt. Dies ermöglicht es bereits heute, ohne private Lademöglichkeit elektrisch unterwegs zu sein. Und je einfacher das Laden unterwegs ist, umso kleiner ist der Bedarf nach grossen Batterien.
Berechtigte Bedenken
Doch auch Elektrofahrzeuge wirken sich negativ auf Umwelt und Klima aus. So verursachen Elektroautos im Vergleich zum Verbrenner aufgrund des höheren Gewichts, des stärkeren Motors und der rascheren Beschleunigung mehr Reifenabrieb – die mit Abstand grösste Quelle vom Mikroplastik in der Schweiz. Im Vorteil ist der Stromer hingegen beim Lärm: Dank des leiseren Motors ist er bei tieferen Geschwindigkeiten deutlich leiser als der Verbrenner.
Noch grösser sind die Umweltauswirkungen bei der energieintensiven Batterieproduktion. Und in den Batterien stecken wiederum Rohstoffe, deren Abbau nicht nur erhebliche Auswirkungen auf die lokale Umwelt haben kann, sondern in gewissen Fällen mit schweren Menschenrechtsverletzungen einhergeht. Zu Batterietechnologien, die mit weniger problematischen Rohstoffen auskommen, sowie zur Wiederverendung und zum Recycling von ausgedienten Batterien gibt es vielversprechende Fortschritte aus der Forschung und Entwicklung. Setzen sich diese Technologien durch, werden die Umweltauswirkungen von Elektroautos künftig weiter reduziert. Der VCS setzt sich deshalb dafür ein, dass der Trend zu immer grösseren Autos gestoppt wird und kleinere Fahrzeuge wieder an Bedeutung gewinnen.
Und nicht zuletzt haben die grossen Konflikte der letzten Jahre gezeigt: Mit der Elektrifizierung des Verkehrs befreien wir uns zunehmend aus der gefährlichen Abhängigkeit von instabilen und teils autoritären Regionen, aus denen die Schweiz heute ihr Öl importiert.
Mehr über die Vorteile von E-Autos für die Energiewende lesen Sie hier.